Führung in IT-Organisationen: Verantwortungsbewusste Manager

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Posted 11. April 2013 by Redaktion IT-Onlinemagazin in Geschäftsführer

Verantwortlich zu handeln bedeutet, gute Entscheidungen zu treffen, Folgeabschätzungen für die Beteiligten und Betroffenen zu machen und verlässlich im Handeln zu sein. Die Bedeutung grundsätzlicher menschlicher Werte sind die Grundlage für verantwortungsgeleitetes Management und das bewusste Interpretieren der eigenen Rolle in unterschiedlichen Situationen der eigenen Führungspraxis. Unternehmen wollen Manager, die die richtigen Dinge tun und die das, was sie tun, richtig machen. Das erläutert Managementberater Peter Kunz in dem nun folgenden Artikel.

 

Verantwortung im Management

Die Entscheidung darüber, was richtig ist, darf nicht nur von ökonomischen und situativen Erwägungen geleitet sein, sondern sollte auch auf der Grundlage normativer und sozialer Werte geschehen sowie ethisch begründet sein. Führungskräfte haben in Unternehmen eine herausgehobene Position und damit wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung im Unternehmen. Von ihnen wird in der Wahrnehmung ihrer Managementfunktion eine besondere Verantwortungsbereitschaft erwartet.

Daher bedeutet Verantwortung im Management zu zeigen, dass ich das, was ich tue, vor mir und anderen rechtfertige, d.h. dazu stehe und die Konsequenzen trage, anstatt mich herauszuwinden, indem ich die Umstände oder andere für mein Handeln verantwortlich mache.

Führungskräfte stehen heute vor großen Herausforderungen. Sie müssen fachliche Komplexität und permanente Veränderungen bewältigen und zugleich bei der Entscheidungsfindung für das eigene Handeln unterschiedliche Interessenlagen berücksichtigen – die von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Aktionären, Naturschützern, zukünftigen Generationen, etc..

 

Anforderungen an das Management

Das Handeln von Führungskräften sollte grundsätzlich zielgeleitet sein und die kurzfristigen Effekte und langfristigen Konsequenzen für alle Beteiligten und Betroffenen berücksichtigen. Jegliches Handeln sollte in Übereinstimmung mit grundlegenden und übergeordneten menschlichen Werteorientierungen erfolgen, wie sie z.B. im Grundgesetz verankert sind sowie in Übereinstimmung mit den Werte-Codices des Unternehmens, dem Unternehmensleitbild oder festgelegten Führungsgrundsätzen.

Die wirtschaftliche Dimension von Verantwortung im Management bedeutet, als Manager seine Managementziele zu erreichen und damit einen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Milton Friedman wird hierzu gerne erwähnt: „To live up to the law and to maximize shareholder wealth“, das heißt: Die Existenz und den Erfolg des Unternehmens sichern, die Gesetze einhalten, die Kapitalgeber bedienen, Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen (Friedman 1962). Das sind nur formalistische Minimalanforderungen an Verantwortung im Management. Darüber hinaus bedeutet Verantwortung im Management aber auch, eine humanistische Grundhaltung zu zeigen. ein motivierendes Arbeitsumfeld zu schaffen und Mitarbeiter in ihren Entwicklungsprozessen zu unterstützen.

 

PSM Schaubild

Kerndimensionen von Verantwortung im Management (nach Maak, T. u Pless, N.M 2006)

 

Verantwortungsbewusste Manager

Verantwortungsgeleitete Manager leben ihre Rollen bewusst und passen diese an die Erfordernisse des jeweiligen situativen Kontextes an. Der Kontext wird durch die Bedürfnisse und Persönlichkeiten der Beteiligten in Bezug auf die zu leistenden Aufgaben definiert und nicht in erster Linie durch die Ergebniserwartungen des Vorgesetzten.

Die Beziehung des verantwortungsbewussten Managers zu seinen Mitarbeitern ist durch Vertrauen, Fairness und Berechenbarkeit in seinen Handlungen geprägt. Mitarbeiter werden als gleichberechtigte Partner angesehen. Der verantwortungsbewusste Manager steht für die Ergebnisse und Folgen seiner Handlungen ein, d.h. er verantwortet diese.

Die elementare Grundlage verantwortungsgeleiteten Handelns beruht auf der Fähigkeit zur Selbstreflexion und auf Gegenseitigkeit. Kant hat hierzu die universale Regel des kategorischen Imperativs formuliert: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ (Kant 1986, S. 68). Pragmatisch bedeutet das, wenn ich mich mit anderen verbunden fühle, dann berücksichtige ich auch dies in meinem Handeln.

Folgende Grundeinstellungen und Haltungen führen zu verantwortungsbewusstem Handeln im Management:

  1. Akzeptieren und leben grundsätzlicher humanistischer Werte
  2. Verantwortung für Unternehmensergebnisse, basierend auf Werten der menschlichen Weiterentwicklung und dem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen
  3. Vertrauen in Menschen, Prozesse und Systeme und Strukturen
  4. Konsistenz im Handeln, verbunden mit ausgeprägter Situationswahrnehmung und Handlungsflexibilität
Prof. Dr. Peter KunzHon.-Prof. Dr. Peter Kunz ist geschäftsführender Partner der Unternehmensberatung PSM ewiv, Partner für Strategie- und Managemententwicklung. Er war von 2001-2007 Direktor des internationalen MBA-Programms „Management for Central and Eastern Europe“ an der Europa- Universität Viadrina. Zuvor war er viele Jahre Personal- und Changemanager im VW-Konzern. Seit 1987 unterstützt er Unternehmen und Organisationen auf ihrem Weg in eine erfolgreiche Zukunft und hat zahlreiche Referenzen zu Beratungsprojekten in internationalen Unternehmen. Seine Beratungsschwerpunkte sind Strategieentwicklung, Projekt-und Changemanagement sowie Managemententwicklung und Coaching.

 

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