Thomas Henzler übernimmt den Vorstandvorsitz bei der DSAG
Thomas Henzler ist neuer Vorstandsvorsitzender der DSAG. Er löst Jens Hungershausen ab, der nach sechs Jahre aus dem Amt scheidet.
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Veröffentlicht
07. März 2022
Lesezeit
4 Minuten
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Man kann Zweifel bekommen, ob die SAP-Stammdaten bei der S/4HANA-Umstellung ausreichend Beachtung finden, wenn man auf die SAP-Community Umfrageergebnisse aus dem Winter 21/22 schaut: Nur die Hälfte der Unternehmen führt Maßnahmen (Datenbereinigung, Harmonisierung, Verbesserung der Qualität) durch.
Ihre größten Defizite sehen 78 Prozent beim Datenverständnis in der eigenen Organisation und 56 Prozent in fehlender Governance. Verbessern ließe sich die Situation für rund zwei Drittel durch zentrale Initiativen. Im Stimmungsbarometer wurden 112 Stimmen abgegeben. Die Umfrage wurde von WINSHUTTLE gesponsert und fachlich begleitet.
„Aus Erfahrungsberichten von rund 200 CIO zur S/4HANA-Umstellung habe ich sechs immer wieder genannte Lessons-Learned abgeleitet: Dass die eigene Stammdatenqualität überschätzt wurde, gehört dazu“, ermuntert Helge Sanden (IT-Onlinemagazin) die SAP-Anwenderunternehmen zur Einplanung qualitätsverbessernder Maßnahmen vor und bei S/4HANA-Umstellungen. Auf dem Weg zum datengetriebenen Unternehmen dürften Datenverständnis und gelebte Governance zentrale Erfolgsfaktoren sein.
Nur 2 Prozent schätzen ihre SAP-Stammdatenqualität mit „gut“ ein, aber 57 Prozent mit „eher gut“. Da bleiben 28 Prozent über, die sie „eher schlecht“ und 11 Prozent, die sie mit „schlecht“ bewerten. Bei mindestens 40 Prozent ist die SAP-Datenqualität verbessungswürdig.
In Summe ist bei der Datenqualität sicher noch deutlich Luft nach oben. Haben nur zwei Prozent die Voraussetzungen erfüllt, ein datengetriebenes Unternehmen zu sein? Ohne gute Daten funktioniert keine Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen. Qualitätsverbessernde Maßnahmen sind Daueraufgaben und können jederzeit — unabhängig von laufenden IT-Projekten — von Fachabteilungen durchgeführt werden.
Wir fragten: Wie werden SAP-Daten beim S/4HANA-Umstieg berücksichtigt? Nur rund die Hälfte der SAP-Kunden kümmert sich bei der S/4HANA-Umstellung um Datenbereinigung und Archivierung, die Verbesserung der Datenqualität und die Datenharmonisierung. 9 Prozent inventarisieren ihre Datenquellen. 14 Prozent gaben sogar an, keine derartigen Maßnahmen durchzuführen. Mehrere Antworten waren möglich.
Mittlerweile gibt es viele Erfahrungswerte zum S/4HANA-Umstieg mit den verschiedenen Strategien: Greenfield, Brownfield, selektiv. Um im Projektverlauf nicht böse überrascht zu werden, ist eine Prüfung der betroffenen Stammdaten unter Qualitätsgesichtspunkten mindestens ratsam.
Das Datenmigrationstool LSMW sollte beim S/4HANA-Umstieg laut SAP nicht genutzt werden. 17 Prozent wollen stattdessen SAP LTMC (Migration Cockpit) verwenden, 29 Prozent setzen auf Drittanbieter und 43 Prozent der teilnehmenden Unternehmen haben sich noch nicht entschieden. 11 Prozent können das nicht bewerten.
Da SAP beim S/4HANA-Umstieg von der Nutzung des Datenmigrationstool LSMW abrät, muss eine Alternative her. Die Mehrzahl der Unternehmen hat noch nicht entschieden, ob sie SAP LTMC oder Lösungen anderer Anbieter einsetzen wollen.
Wir fragten die Teilnehmenden, wo in der eigenen Organisation die größten Defizite im Zusammenhang mit den SAP-Stammdaten und ihrer Qualität liegen. Mehrere Antworten waren möglich.
78 Prozent nannten das fehlendes Datenverständnis (Menschen, Prozesse, Skills, Kultur, …) und 56 Prozent die fehlende Governance (Vorgaben und Richtlinien) als größte Defizite. Deutlich weniger, nämlich 41 Prozent, bemängeln das Datenmanagement-Fundament (Tools, Technologie) als Defizit. Die Abhängigkeit von der IT-Abteilung ist für 17 Prozent ein Problem.
„Bei der Planung des Change-Managements in Digitalisierungsprojekten sollte man diese Ergebnisse berücksichtigen. Projekterfolg stellt sich ein, wenn Datenverständnis gegeben ist und die Governance gelebt werden kann, beispielsweise mit durchgängiger Toolunterstützung im gesamten Prozess“, meint Helge Sanden — auch mit Blick auf das Stimmungsbild aus der SAP-Community.
Wir wollten auch wissen, was den Unternehmen helfen würde, ihre Defizite abzubauen. 65 Prozent wünschten sich zentrale Initiativen, 20 Prozent dezentrale Initiativen und 15 Prozent konnten das nicht beurteilen.
Wenn sich viele Teilnehmende zentrale Initiativen wünschen, könnte dahinter der Wunsch stecken, bei der Transformation zu einem datengetriebenen Unternehmen mehr Managementunterstützung und Führung zu spüren. Defizite in diesem Bereich werden häufig als wichtiger Grund genannt, warum Innovationen und Veränderungen scheitern.
Thomas Henzler ist neuer Vorstandsvorsitzender der DSAG. Er löst Jens Hungershausen ab, der nach sechs Jahre aus dem Amt scheidet.
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Die Nachfrage nach SAP-Fachkräften mit KI-Kenntnissen hat sich seit Anfang 2025 nahezu verdoppelt, der restliche SAP-Stellenmarkt in Deutschland stagniert weitestgehend.
Redaktion
IT-OnlineMagazin
Wie sich die Transformationzu Data Driven Organisation meistern lässt und wo die größten Herausforderungen liegen.